Dankeschön, dass Sie zum Erfolg des Kongresses beigetragen haben

Nachwort 1. Hebammen- und Pädiaterkongress NRW in Oberhausen
Die Basis für interdisziplinären Dialog ist gelegt
Ob es um Impfungen, Prophylaxen oder Stillen geht – Missverständnisse, Ärger und mangelnde Anerkennung gibt’s genug zwischen Hebammen und Pädiatern. Folglich auch Gesprächsbedarf, denn beide Berufsgruppen sorgen sich am Anfang des Lebens um die Gesundheit und das Wohlergehen der ganzen Familie und nehmen dabei neben ihren jeweils ureigenen auch immer mehr sozialmedizinische Aufgaben wahr. Höchste Zeit also für eine gemeinsame Gesprächsplattform.
Am 21. Mai 2011 fand daher in Oberhausen der 1. Hebammen- und Pädiaterkongress NRW mit einem anspruchsvollen und praxisnahen Programm statt – vor allem aber mit jeder Menge Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch. Wie ernst den jeweiligen Seiten dieser Austausch ist, zeigten die Teilnehmerzahlen: 420 Hebammen besuchten den Kongress – und 50 Pädiater. Ist das Projekt „Interdisziplinärer Dialog“ damit gescheitert? Keineswegs, sagen die Veranstalter, Angelika Josten, 1. Vorsitzende des NRWLandesverbandes der Hebammen, und Dr. Thomas Fischbach, nordrheinischer BVKJVorsitzender.
Interview:
Frau Josten, Herr Dr. Fischbach, was hat Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen der Kongress gebracht?
- Durch die Diskussion um den Kinderschutz und ein gerade in der parlamentarischen Beratung befindlichen Bundeskinderschutzgesetz wird die sozialmedizinische Beratung als unsere gemeinsame Aufgabe unterstrichen. Es ist also höchste Zeit gewesen, sich kennenzulernen und zum kollegialen Austausch zu treffen. Dies hat die Veranstaltung geleistet.
- In der alltäglichen Arbeit wird oft über den jeweiligen anderen gesprochen – und geklagt. Auf dem Kongress haben wir miteinander gesprochen über unterschiedliche Auffassungen fachlicher und auch weltanschaulicher Art. In vielen Gesprächen in den Kongresspausen konnte ich das Interesse beider Seiten am konstruktiven Dialog erkennen und spüren
- Der Kongress war eine Premiere. Wir haben von den Kongressteilnehmerinnen und – teilnehmern zahlreiche Anregungen bekommen, auf deren Grundlage wir nun weiterführende Ideen für weitere Veranstaltungen dieser Art entwickeln können.
- Der Kongress hat vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Chance eröffnet, nun auch im Alltag bei Missverständnissen und Ärger einfach mal zum Telefon zu greifen und miteinander zu sprechen anstatt über den jeweils anderen zu meckern. Dieser Wille kam auch bei der abschließenden Podiumsdiskussion zum Ausdruck.
- Auch auf überörtlicher Ebene haben wir mit dem Kongress die Grundlage für den Aufbau eines kooperativen Netzwerkes zwischen Pädiatern und Hebammen geschaffen. Wir müssen dieses Ziel nun allerdings auch weiter verfolgen. Dies wäre auch im Sinne der NRW-Gesundheitspolitik, wie des Staatssekretärin Marlis Bredehorst in ihrer Begrüßung deutlich formuliert hat.
Insgesamt war der Kongress aus unserer Sicht erfolgreich. Daher sind wir sicher, dass bei unseren nächsten gemeinsamen Veranstaltungen auch die Berufsgruppe der Pädiater stärker vertreten ist. Denn schließlich sind wir gemeinsam für das Wohl des Neugeborenen und seiner Familie verantwortlich.

















